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Wer die Metro von Paris nutzen will, muss in Zukunft eine Plastikkarte – die Navigo Easy – kaufen. Diese muss vor der Fahrt aufgeladen werden.

Es heißt Abschied nehmen. Nach fast 120 Jahren wird es für die Métro von Paris bald keine Fahrscheine aus Papier mehr geben. Das heißt allerdings nicht, dass der Nahverkehr in der französischen Metropole zum Nulltarif angeboten wird. In Zukunft wird mit einer kleinen Plastikkarte bezahlt, die mit bis zu 30 Einzelfahrten aufgeladen werden kann. „Wir hinken in diesem Bereich der Entwicklung hinterher, wir müssen aufholen“, sagt Valérie Pécresse, Chef des Nahverkehrs in Paris (Ile-de-France Mobilités). Großes Vorbild ist London mit seiner sogenannten Osyter Card, die ausgelegt ist auf Touristen und Gelegenheitsnutzer der U-Bahn.

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Im Grunde bedeutet die Neuerung für die Besucher von Paris nicht allzu viel Veränderung. Die Karte mit dem Namen „Navigo Easy“ kann in den Métro-Stationen und den üblichen Verkaufsstellen für zwei Euro gekauft werden. Danach muss sie allerdings an speziellen Automaten erst aufgeladen werden. Valérie Pécresse verspricht, dass sich die Preise durch die Einführung des neuen Zahlsystems nicht ändern. Das heißt: eine Fahrt kostet weiter 1,90 Euro. Wer ein sogenanntes „Carnet“ mit zehn Tickets kauft, bezahlt dafür 14,90 Euro – es ist also wesentlich billiger.

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Maximal können 30 Einzelfahrten geladen werden Aber Vorsicht: Jeder Fahrgast muss seine eigene Navigo-Easy-Karte haben. Es geht also etwa nicht, dass Eltern ihre Kinder auf ihrer Karte mitfahren lassen. Und, so heißt es von Ile-de-France Mobilités, überzählige Fahrten können am Ende des Urlaubes nicht „zurückgegeben“ werden, allerdings verlieren sie auch nicht ihre Gültigkeit. Wichtig für Touristen: auf das „Navigo Easy“-Ticket können auch Fahren zu den Flughäfen mit dem OrlyBus und RoissyBus geladen werden. Dasselbe gilt für Tages- und Wochenend-Tickets. Sollte noch jemand alte Métro-Tickets aus dem letzten Urlaub bei sich zu Hause haben, verlieren die nicht sofort ihre Gültigkeit. Die können voraussichtlich noch bis Ende 2021 benutzt werden.

Métro-Chef Valérie Pécresse unterstreicht, dass die Einführung von „Navigo-Easy“ auch ein Schritt in Richtung Umweltschutz ist. Rund 550 Millionen Tickets werden in Paris jedes Jahr an den Automaten entwertet, von denen viele danach achtlos weggeworfen werden. „Ein Ticket benötig ein Jahr um zu verrotten“, sagt Pécresse. Das neue „Navigo-Easy“ sei aber noch nicht das Ende der Entwicklung, verspricht er. Bald werde es auch möglich sein, alles auf sein Smartphone zu laden. Die Schranke am Bahnsteig erkenne dann den Fahrgast und öffne sich automatisch. Das allerdings ist noch Zukunftsmusik, sagt der Métro-Chef. Jetzt müssten sich die Fahrgäste zuerst einmal an das neue System gewöhnen.

 

Quelle: RATP / Generalanzeiger

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